Was kostet ein Altersheim oder Pflegeheim in der Schweiz?
Ein Heimtag kostet im Mittel rund CHF 10'239 pro Monat. Das ist die Zahl, die überall steht, und es ist nicht Ihre Rechnung: Den grössten Teil der Pflege darin tragen Krankenversicherung und Wohngemeinde. Selbst bezahlten Bewohnende für Unterkunft und Verpflegung im Mittel CHF 4'451 pro Monat, dazu kommen Betreuung und der gedeckelte Pflegeanteil.

Die drei Teile der Rechnung
Unterkunft und Verpflegung. Sie zahlen sie vollständig selbst. Der grösste Posten, und stark abhängig vom Zimmertyp.
Begleitung, Aktivierung, Tagesstruktur. Alles, was nicht medizinische Pflege ist. Ebenfalls vollständig zu Ihren Lasten.
Die eigentliche Pflege. Hier zahlen Krankenversicherung und Wohngemeinde den grössten Teil. Ihr Anteil ist schweizweit auf höchstens 23 Franken pro Tag begrenzt.
Wie stark sich die Kantone unterscheiden
Die folgenden Beträge sind die Pensionstaxen, also der Teil für Unterkunft und Verpflegung, den Bewohnende in der Deutschschweiz laut der Erhebung des Bundes selbst zahlten. Betreuungstaxe und Pflegeanteil kommen dazu. Angegeben ist jeweils der Median: die eine Hälfte der Häuser liegt darunter, die andere darüber.
Alle Kantone einzeln: Aargau · Appenzell Ausserrhoden · Appenzell Innerrhoden · Basel-Landschaft · Basel-Stadt · Bern · Freiburg · Glarus · Graubünden · Luzern · Nidwalden · Obwalden · Schaffhausen · Schwyz · Solothurn · St. Gallen · Thurgau · Uri · Wallis · Zug · Zürich
Der Unterschied zwischen dem teuersten und dem günstigsten Kanton beträgt rund CHF 1'964 pro Monat. Fast ebenso gross sind die Unterschiede innerhalb eines Kantons: Zwei Häuser im selben Dorf können verschieden teuer sein. Verbindlich ist immer die Taxordnung des einzelnen Hauses, und die bekommen Sie auf Verlangen schriftlich.
Wer welchen Teil bezahlt
Unterkunft, Verpflegung, Betreuung und der gedeckelte Pflegeanteil von höchstens 23 Franken am Tag. Dazu Franchise und Selbstbehalt der Krankenkasse wie bisher.
Einen festen Beitrag an die Pflege, gestaffelt nach Pflegestufe. Er steigt mit dem Pflegebedarf, höchstens bis CHF 115.20 pro Tag.
Die Restfinanzierung der Pflege. Massgebend ist die Wohngemeinde vor dem Heimeintritt, nicht der Standort des Heims. Wichtig, wenn Sie über die Kantonsgrenze ziehen.
Ihre Kinder, solange Ergänzungsleistungen laufen. Die Verwandtenunterstützung greift erst, wenn stattdessen Sozialhilfe nötig wird, und auch dann nur bei sehr hohen Einkommen.
Wenn das Geld nicht reicht
Das ist der Normalfall und kein Versagen. Die Rente allein deckt einen Heimplatz in den seltensten Fällen. Dafür gibt es die Ergänzungsleistungen, und die sind ein gesetzlicher Anspruch, keine Sozialhilfe.
Ergänzungsleistungen
Wer Anspruch hat, was angerechnet wird und wo Sie den Antrag stellen.
Muss das Haus verkauft werden?
Wann Wohneigentum bleiben kann und warum Verschenken der teuerste Fehler ist.
Müssen Kinder zahlen?
Die Verwandtenunterstützung gilt enger, als die meisten befürchten.
Die Rechnung im Detail
Womit Sie realistisch rechnen müssen und was zusätzlich verrechnet wird.
Was Sie abziehen können
Pflegekosten sind abziehbar, Kost und Logis nicht. Mit Hilflosenentschädigung sogar ohne Selbstbehalt.
Der Heimvertrag
Taxerhöhung, Kündigungsfrist und die Zeile, an der Sie im eigenen Namen haften.
Häufige Fragen
Was kostet ein Altersheim pro Monat?
Für Unterkunft und Verpflegung zahlten Bewohnende schweizweit im Mittel rund CHF 4'451 pro Monat. Dazu kommen die Betreuungstaxe und Ihr Anteil an der Pflege von höchstens 23 Franken pro Tag. Realistisch liegt die eigene Rechnung damit bei etwa CHF 5'800 bis 7'200, je nach Haus und Kanton deutlich darüber oder darunter.
Stimmen die 10'000 Franken, die man überall liest?
Als Gesamtkosten eines Heimtags ja, im Mittel rund CHF 10'239 pro Monat. Das ist aber nicht Ihre Rechnung: Den grössten Teil der Pflege darin tragen Krankenversicherung und Wohngemeinde. Ihr eigener Anteil ist deutlich tiefer.
Wer bezahlt das Altersheim?
Unterkunft, Verpflegung und Betreuung zahlen Sie selbst. Von der Pflege übernimmt die Krankenversicherung einen festen Beitrag nach Pflegestufe und die Wohngemeinde die Restfinanzierung. Ihr Eigenanteil an der Pflege ist auf 23 Franken pro Tag begrenzt. Reicht Ihr Einkommen nicht, kommen Ergänzungsleistungen dazu.
Wird es teurer, wenn jemand pflegebedürftiger wird?
Für die Pflege nicht: Ihr Anteil bleibt bei höchstens 23 Franken pro Tag, es steigen die Beiträge von Kasse und Gemeinde. Steigen kann dagegen die Betreuungstaxe, etwa beim Wechsel in eine Demenzabteilung.
Gibt es eine Preisliste aller Pflegeheime?
Keine schweizweite. Jedes Heim veröffentlicht seine eigene Taxordnung und muss sie Ihnen auf Verlangen aushändigen. Die Erhebung des Bundes erlaubt Mittelwerte je Kanton, aber keinen verbindlichen Preis für ein einzelnes Haus.
Zahlen aus der Statistik der sozialmedizinischen Institutionen (SOMED) des Bundesamts für Statistik. Es handelt sich um Mittelwerte über alle Häuser eines Kantons, nicht um Preise einzelner Einrichtungen.